7A im Kolosseum - zur Bildergalerie 1

Romreise der 7A des Kollegium Kalksburg
25.6. bis 1.7.2010

7A im Kolosseum - zur Bildergalerie 2 - Photos von Esther

Nach Irland, Deutschland und Frankreich (alles Länder, die wir - die 7A - von Juni 2009 bis Juni 2010 besucht hatten) stand uns noch eine letzte Reise bevor. Das Ziel war eines der kulturreichsten und schönsten Länder Europas, das auch kulinarisch ganz besonders aus der Masse hervorsticht: Bella Italia - und das, obwohl kein einziger Schüler unserer Klasse dieser Sprache mächtig ist, noch daran denkt, sie innerhalb des nächsten Jahres spontan zu erlernen..
Aber: Wozu lernt man denn Latein?

Nach der Ankunft Freitag vormittags hatten wir gerade mal Zeit genug die Koffer in die Zimmer zu stellen und dann stürzten wir uns auch schon ins Abenteuer. Der erste Punkt am Plan war eine Busrundfahrt! Noch bevor wir einstiegen, stürmten 18 Hut- und Schirmhändler auf uns zu, die mit allen möglichen Geniestreichs versuchten uns die (größtenteils) hässlichen Dinger schmackhaft zu machen. Nachdem wir 20 Minuten genervt in der gnadenlosen Hitze auf den Bus gewartet hatten, sahen wir dann doch bald ein, dass diese chinesisch angehauchten Sonnenschirmchen eventuell doch einen Zweck erfüllen könnten - nämlich unsere sonnenbrandlose Rückkehr - und der Großteil ließ sich von den vorher arrogant von uns ignorierten Verkäufern den einen oder anderen "Sonnenschutz" andrehen. Die Fahrt - ohne Dach versteht sich - dauerte nämlich insgesamt 2 1/2 Stunden.

Der Nachmittag wurde entweder beim kollektiven Fußballschauen (Chile-Spanien; Honduras-Schweiz) oder im Mausoleo di Santa Costanza verbracht, das besonders mit seinen detailreichen Mosaiken beeindruckte.

Für den Samstag hatten wir uns etwas Großes vorgenommen: den Vatikan.
Wer schon einmal in Rom war weiß, dass Tourist-Sein dort kein Zuckerschlecken ist, aber der Vatikan übertrifft so ziemlich alles. Die Warteschlange, an der wir dank Vorreservierung von Prof. Seiwerth schadenfroh vorbeigingen, schien kilometerlang zu sein. Mit einem Anstellen von mindestens 2 1/2 Stunden in der prallen Sonne hat man sicherlich zu rechnen, wenn man den kleinsten Staat der Welt von innen begutachten möchte. Brav betrachteten wir die Stanzen des Raphael, die Vatikanischen Museen, die berühmt-berüchtigte Sixtinische Kapelle und staunten über die Fertigkeiten des Künstlers Gian Lorenzo Bernini, der den Baldachin in der Basilika kreiert hat. Dann kraxelten / keuchten / wettliefen wir die 550 Stufen zur Kuppel des Petersdoms hinauf, von der aus man wirklich einen der atemberaubendsten Ausblicke der Welt hat.

Am Sonntag hatten wir dann das wohl volksnächste Erlebnis dieser Reise; bei einer lustigen Busfahrt mit geschätzten 350 anderen Fahrgästen ertranken wir im Schweiß eben dieser erwähnten Mitreisenden, wurden dann halb aufgeweicht allmählich zu einem Brei aus nassen Kleidungsstücken, Billigsonnenbrillen (Ray Bans ausgenommen) und Fleischklumpen zermatscht und anschließend als jammernde Häuflein Elend am Mercato alla Porta Portese ausgesetzt. Auf diesem Markt fand sich einiges an lustigem Zeugs, Taschen, Besteck, Kleider und Ringe wurden auf 10% ihres ursprünglichen Preises heruntergehandelt; der eine oder andere ließ sich wohl auch übers Ohr hauen.....
Nach einer Zeit, die den Mädchen zu kurz und den Burschen zu lang vorgekommen war, machten wir uns noch auf den Weg um einen Blick auf die Pyramide des Cestius und die Aurelianische Stadtmauer zu werfen.
Und das Sightseeing ging am Nachmittag weiter: Wir sahen das Forum Boarium und steckten der Bocca della verita unsere Hände in den Mund. (Anmerkung: Die Tatsache, dass kein Schüler seine Gliedmaßen in dem steinernen Gesicht zurücklassen musste, beweist unser von Natur aus gutwilliges und ehrliches Wesen). Rast machten wir auf einer Wiese, die von stark befahrenen Straßen umgeben war, was die vielen L17-er unter uns dazu ermunterte heiter über den italienischen Verkehr abzulästern, der während dieser Pause auch unser Unterhaltungsprogramm darstellte und wirklich unter allen bekannten Maßstäben dahinvegetierte. Dann bestaunten wir den Ianusbogen, die Cloaca Maxima, die Isola Tiberina und Trastevere. Ein paar wenige rafften sich noch dazu auf, sich das Castel Sant Angelo anzuschauen; der Rest hatte sich entschieden mit knirschenden Zähnen und gerunzelter Stirn am Bildschirm mit anzusehen, wie Beckhams Schützlinge 0:4 von unseren gleichsprachigen Kollegen aus dem Turnier geputzt wurden.

Eine der riesigsten und bekanntesten Attraktionen Roms besuchten wir am Tag darauf, Montag. Das Colosseum. Ich wage den mächtigen einst von Vespasian in Auftrag gegeben und von Titus vollendeten Bau als DAS Wahrzeichen der antiken Stadt zu bezeichnen. Die Größe und im Laufe der Jahre wieder zerstörte Vollkommenheit dieser blutigen Stätte kann nur durch die eigenen Augen erfasst und gesehen werden. Die Vergangenheit und Geschichte des Colosseums ist trotz überteuerter Souvenirgeschäfte und lächerlicher Gladiatoren-Clowns allgegenwärtig.
Weiter führte der Weg uns zum Forum Romanum, das sich mit ein wenig Vorstellungskraft unsererseits in das Handels- und Politikzentrum der Stadt verwandelte, von dem wir schon so viel gehört und gelesen haben. Mit eine Rundgang über den Palatin und einem Besuch des Kapitols-Platzes beendeten wir diesen Tag.
Nach dem Abendessen konnten wir uns das nächtliche Feurwerk auf der Engelsburg, das bereits seit dem 16. Jahrhundert zu Ehren der Heiligen Petrus und Paulus an ihrem Feiertag veranstaltet wird, natürlich nicht entgehen lassen. Es war ein grandioses Schauspiel.

Am Dienstag hieß es wieder ein wenig Busfahren; auf dem Weg in die Katakomben durchfuhren wir die Porta San Sebastiano und den Arco di Druso. Wenige Minuten nach unserer Ankunft stürzten wir uns heilfroh über die Abwechslung in die unterirdisch angelegten Gänge, die einst - als Gräber dienend - voller Leichen gewesen waren.
Wieder an der Oberfläche schlenderten wir die Via Appia entlang, besuchten den Beisetzungsort der Cecilia Metella und den Circo Massenzio. Am Nachmittag gingen wir zur Basilika San Paolo fuori le Mura, Santa Prassede (selbstredend nur in passender Kleidung = kurze Hose und Spagetti-Leiberl und darüber zwei handtuchgroße, halb durchsichtigen Papierfetzen, die man uns dort anhängte) und Santa Maria Maggiore.

Der Mittwoch sollte zu einem beziehungsweise dem Lieblingstag aller Schüler werden. Nach einem Besuch des Pantheons machten wir uns auf den Weg zur Schnellbahn, vorbei an spuckenden alten Männern, und fuhren Richtung Ostia Antica. Nach einem Marsch durch die halb verfallene Stadt und der Erkenntnis, dass es wirklich unmenschlich heiß war, beschlossen wir uns endlich an den Strand zu chillen.Badesachen raus, Sonnencreme rauf - Meer: Hallo! Stundenlang brutzelten wir im schwarzen Sand, aßen Kokosnüsse und bauten im Wasser drei-Menschen-hohe Türme, die von den anderen wiederum zum Einsturz gebracht wurden. Der Aufbruch wurde von einem wehmütigen Gefühl und viel Sand in allerlei dafür zur Verfügung stehenden Körperöffnungen begleitet. Der Kampf um die Duschen daheim war dementsprechend brutal.

Nach dem Abendessen führte unser Klassenvorstand uns zur weltweit bekannten Fontana di Trevi, wo jeder seine 1 Cent-Münze mit der rechten Hand über die linke Schulter warf: Wir kommen wieder. Drohung oder Versprechen?
Gut gelaunt machten wir uns auf um das Eisgeschäft des Landes zu stürmen. Mit mehr als 100 Eissorten - alleine 20 verschiedene Schokoladearten - war es der so ziemliche laiwandste Ort, den wir in Rom hatten auftreiben können. Eine kleine virtuelle Kostprobe: Raffaello-, Cassata-, Feigen-, Blätterteig-, Duplo-, KitKat-, Ananas-, Grüner Apfel-, und Schokolade-Chilli-Eis standen auf der Karte. Übersättigt und glücklich fielen wir an diesem Abend ins Bett.

Donnerstag. Letzter Tag.
Die Koffer standen um 11 Uhr gepackt im Hotel - wo wir sie auch stehenließen, denn ein paar Stunden galt es ja noch in der 2,7 Millionen-Einwohner Stadt zu genießen. Also fuhren wir auf die Piazza del Popolo und stiegen die Spanische Treppe hinauf; nach einem kurzen Blick auf das Mausoleum des Augustus fielen wir in das Museum der Ara Pacis ein und - nach einem Blick auf die Uhr - stellten wir fest, dass es Zeit war unsere Koffer aus dem Hotel zu holen und die Heimreise anzutreten.
Ein kurzer Schock am Flughafen - unser Flieger war nicht auf den Anzeigetafeln zu finden gewesen - dann checkten wir in Ruhe ein und hatten noch genügend Zeit uns mit dem Gedanken zu befassen und abzufinden, dass die wundervolle Reise sich dem Ende zuneigte.
Sie wird uns mit Sicherheit als eine der schönsten Klassenfahrten in Erinnerung bleiben, die wir je gemacht haben!!!
Danke, Professor Gabi Seiwerth!

Julia Seidl 7A